Lyrics Heinz Rudolf Kunze

Heinz Rudolf Kunze

Notwehr

Die Ballerina schnallte sich

den Schnabel des Flamingos vors Gesicht –

womit sie mich von hinten nahm.

Und was dann war und was dann kam,

beschreiben läßt sich das in Worten nicht.

Halbherzig war mein Widerstand,

auch ich bin letzten Endes nur ein Mann.

Ich wußte nicht, was Liebe ist,

was man verpaßt, was man vermißt,

ich sage nur: Der Tag fing prima an.

Notwehr

Herr Richter, es war Notwehr,

auf Ehre und Gewissen,

für trügerisches Gold.

Notwehr,

Herr Richter, es war Notwehr,

ich fühle mich kaum schuldig,

ich hab das alles nicht gewollt.

Dann machten wir uns auf den Weg,

zur Schwerkraftinsel zog es uns, mit Macht.

Dort hatte ich vor Jahren schon,

auf Nachruhm aus, für Hungerlohn,

ein zweifelhaftes Zölibat verbracht.

Es tanzte eine Prozession

von dummen Kindern Twist auf freiem Feld - - -

die Windradflügel fielen ab,

erschlugen sie, ins Furchengrab,

sie waren bis zur Kenntlichkeit entstellt.

Notwehr

Herr Richter, es war Notwehr,

hier gehts um nichts Geringeres

als meine Existenz.

Notwehr,

bei allem was mir heilig ist,

ich singe Nein und Amen

als schlaue Eminenz.

Notwehr

Herr Richter, es war Notwehr,

hier gehts um nichts Geringeres

als meine Existenz.

Notwehr,

bei allem was mir heilig ist,

ich singe Nein und Amen

als schlaue Eminenz.